3: DIE RECHERCHE 

Besser gut kreiert als schlecht kopiert

 

Wie beginnt eine Geschichte? Natürlich mit einer Idee. Aber zu jeder guten Geschichte gehört natürlich eine noch bessere Recherche. Also machte ich mich daran, das Internet zu durchforsten und mir einen Überblick zu verschaffen, ob meine These überhaupt stimmte, dass im Zeitalter der Gleichberechtigung tatsächlich die Werwölfe immer noch hauptsächlich männlich besetzt waren. Ich begab mich auf die Suche nach alten Legenden, Mythologien, wissenschaftlichen Abhandlungen sowie aktuellen Büchern und Filmen. Das Resultat: ausschließlich männliche Ursprünge in Sagen und Legenden und zahlreiche Twilight-Adaptionen in der Neuzeit.

 

Natürlich habe ich seinerzeit das Original sowohl gelesen als auch mehrfach gesehen – genauso wie den genialen Film-Klassiker „Nosferatu“ mit Klaus Kinski, zahlreiche gute und auch schlechte Werwolf-Verfilmungen, selbstredend Bram Stoker‘s Dracula sowie Underworld, Resident Evil, die großartige Geschichte um Harry Potter, Chroniken der Unterwelt – um nur einige zu nennen. Und doch reichte mir das noch längst nicht, um darüber schreiben zu können. Deshalb sah ich mir parallel zum Schreiben diverse Fantasy-Serien an, die als Stream zur Verfügung standen. Die ersten Staffeln von „Vampire Diaries“ zogen mich in den Bann, später folgten „The Originals“ genauso wie „Witches of East End“ oder die finnische Serie „Nymphs“.

 

Etwa ein halbes Jahr lang fraß ich mich durch zahlreiche Bücher, Serien und Filme und kam letztlich zu dem Schluss, dass die schönsten Geschichten bereits geschrieben waren. Vampire gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, die Gestaltwandler dümpeln in der Nische „kläffender Köter“, Hexen sind entweder weiß oder schwarz und die breite Vielfalt der magischen Welt kam in Summe bisher nur in Hogwarts zum Vorschein. Also widmete ich mich der Frage: Was gibt es noch nicht? Denn ich wäre nicht ich, wenn ich mich mit einer simplen Adaption zufrieden geben würde. Es galt also, etwas Neues zu kreieren, das allerdings mit den alten Mythen kompatibel und zumindest teilweise wissenschaftlich fundiert ist. Denn interessant ist doch die Tatsache, dass noch vor einigen hundert Jahren vieles Magie war, was heute Naturwissenschaft heißt. Deshalb könnte es doch umgekehrt auch möglich sein, dass bestimmte, längst erklärbare Phänomene vielleicht doch magischen Ursprungs sind. Die Devise hieß also: Besser gut kreiert als schlecht kopiert!

 

Vampire gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, die Gestaltwandler dümpeln in der Nische „kläffender Köter“.

 

… und das Ganze bestenfalls auf wissenschaftlicher Basis und mit Fakten belegt. Naja, vielleicht nicht alles. Ein bisschen Magie darf natürlich sein. Aber allein die Tatsache, dass die Welt heute nur noch aus Blutsaugern bestünde, wenn man den Mythos zugrunde legt, dass aus jedem x-beliebigen Menschen ein Vampir werden kann. Also, nee. Ich schreibe zwar ein Kunstmärchen, aber auch das ist noch längst kein Wunschkonzert.

 

Kennst du das auch?

 

Okay, nicht jeder Fantasy-Fan hat eine Logik-Attitüde, aber falls auch dir etwas so richtig auf die Nerven fällt – eine Schwachstelle in einer Story, einem Buch oder Film - , dann schreib mir. Da sich mein MondZauber-Vierteiler noch im Schreibprozess befindet, kann ich deine Idee vielleicht aufnehmen. Hier geht's zum Kontaktformular ...

 

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Abseits vom Mainstream - ein Titel, der mir sehr gut gefällt. 

Quelle: YouTube

Mari März ist Mitglied bei Writers Online
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© Mari März (2014 - 2017)