4: DER URSPRUNG

Mystischer Hintergrund im Asen-Reich „Asgard“. Neben keltischer Mythologie werfen wir einen Blick nach Island.

 

Lieber gut kreiert als schlecht kopiert … Na, dann konnte das Abenteuer ja beginnen. Zunächst wollte ich meiner Protagonistin einen schönen Namen verpassen. Auch wenn klar war, dass die Geschichte in Good Old Germany beginnen würde, sollte meine weibliche Titelheldin nicht einfach Anna, Maria oder Chantalle heißen. Klar war auch, dass der mittlerweile ziemlich ausgelutschte Mythos rund um Prinz Vlad und seine Clique in Transsilvanien niemanden mehr hinter dem Ofen hervorholt. (Wobei „ausgelutscht“ sogar im doppelten Wortsinne passt.) Viel naheliegender waren dann doch die keltischen Legenden. Natürlich! Schließlich habe ich am Sankt-Patricks-Day Geburtstag. Und außerdem wohne ich und ihr, liebe Leser, zumindest hauptsächlich in Europa. Da fiel natürlich auch sofort die Hollywood-Story weg, zumal ich mit Happy End und Love-Kitsch ebenfalls nicht viel am Hut habe. Doch Irland allein war mir ebenfalls zu „klassisch“, deshalb wählte ich Island als den Ursprungsort der Geschichte. Warum? Keine Ahnung. Nennen wir es Intuition.

 

Interessant ist nämlich, dass auf diesem Kleinod südlich des Nord-Polarkreises bisher die Erstbesiedlung nicht eindeutig geklärt werden konnte. Als Entdecker gelten sowohl der Wikinger Gardar Svavarsson sowie Flóki Vilgerðarson, der mithilfe dreier Raben die Insel Island finden wollte, die seit dem 8. Jahrhundert auch als Garðarsholmur bekannt ist. Später siedelten unter anderem Norweger auf der Insel und irische Sklaven, wobei das wohl eher ein Mythos sein soll. Kurzum: es eröffnete sich für mich nicht nur eine historische Lücke, sondern ein mystischer Hintergrund im Asen-Reich „Asgard“, in das ganz prima das magische Volk passt, von dem ich berichten möchte.

 

LYRA: isländischer Vorname = die Mutige

 

Nachdem ich mich für die nördlichen Inseln entschieden hatte, die einen wunderbar keltischen Bezug haben, suchte ich einen entsprechenden weiblichen Vornamen. Voilà: LYRA (die Mutige) war geboren. Nun spielte ich verschiedene Szenarien durch und kam zu dem Schluss, dass die Geschichten um Asgard ebenfalls zur Genüge beschrieben und verfilmt worden sind. Spannend fand ich dennoch Figuren wie Freya (Mutter von Sonne und Mond), Iduna (Göttin der Unsterblichkeit) und natürlich Lokis Sohn, den Fenriswolf. Gestaltwandler sollten also in jedem Fall vorkommen, genauso wie Hexen, vielleicht ein paar Riesen und was aus der magischen Welt noch zu den jeweiligen Standorten der Handlung passen würde.

 

Und die Vampire? Meine ausführliche Meinung könnt ihr im nächsten BACKSTAGE-Beitrag lesen. Grundsätzlich sei angemerkt: Zustände wie in „I Am Legend“ oder „World War Z“ sind zwar stilistisch ein großartiges Mittel, um auf die Verkommenheit der Menschheit aufmerksam zu machen, doch der Zug ist ja mittlerweile auch mehrfach erfolgreich abgefahren.

 

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Der ultimative Song - passend zu meiner Protagonistin - von einer Band, die ich gerade erst im Netz gefunden habe. Quelle: YouTube

Mari März ist Mitglied bei Writers Online
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© Mari März (2014 - 2017)