Sinnhaftes & Gereimtes

Der Duft der Liebe

Sie kam zu dir: stolz und schön im süßen Traum.

Schlägst die Augen gleich auf, doch du wagst es kaum.
Kannst sie noch riechen, ihre Anmut noch spüren,
wie sie dich wollte mit ihrem Liebreiz verführen.

 

Hab keine Angst, steh auf, werde wach!
Geh sie suchen ... im Wald, auf der Wiese, am Bach!
Du wirst sie finden, denn sie kann es kaum erwarten,
verloren und einsam im längst verlassenen Garten.

 

Hier stand sie einst, kostbar und makellos anzuschau'n,
in voller Pracht, gleich neben dem Apfelbaum.
Wurde schon einmal geliebt und doch vergessen,
von einem, der durch jämmerlichen Hass zerfressen,
der vor Ignoranz erblindet und Egoismus ertaubt.
Hässliche Gedanken haben ihre Schönheit geraubt.

 

Siehst du sie dort in ihrem Mantel aus Dornen?
Schön ist sie nicht mehr, doch du musst nicht zornen.
Erkennst du das grüne Zart, vom Moose verdeckt,
das sich zaghaft doch trotzig gen Himmel reckt?

 

Geh zu ihr, na los, und spende Vertrau'n,
einen Funken Hoffnung und großzügig Raum!
Schaff ihr Freiheit, verlier nicht den Mut!
Bring sie zurück ins Leben! Du machst das gut.

 

Schenk all deine Liebe ihr und gib nicht auf!
Auch wenn sie sich wehrt, sie wartet darauf.
Vergiss deine Zweifel! Belohnt wird dein Mühen.
Schon bald wird sie wieder majestätisch erblühen.

 

Aus zartem Grün werden kraftvolle Triebe,
ein sattroter Kelch verströmt den Duft der Liebe.
Vielleicht nicht für ewig, doch länger als ein Traum,
strahlt sie stolz und schön: die Rose am Gartenzaun.

 

Mari März ist Mitglied bei Writers Online
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© Mari März (2014 - 2017)