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Warum nicht einfach Mensch sein?!

 

Donnerstag, 14. November 2013

 

Vor vielen Jahren hat man mich dazu überredet, an einem Frauen-Workshop einer großen Versicherungsgesellschaft teilzunehmen. Ich war 24 Jahre jung und durfte mir anhören, wie gestandene Frauen, berufstätige Mütter, Verkaufsgenies (Es gibt übrigens kein "Binnen-I" für Genie. Okay, das ist sächlich und zählt nicht. Aber es heißt faktisch nur "der Mensch" oder hat schon jemand "die Menschin" irgendwo gelesen???) sich stundenlang darüber beschwerten, dass sie sich in der Männerdomäne Vertrieb nicht durchsetzen können. Sie sinnierten darüber, wo denn nun der Unterschied zwischen Mann und Frau liegt und was frau tun kann, um wie man(n) zu sein. All diese Frauen schrieben Monat für Monat beneidenswerte Umsatzzahlen. Was also noch?

 

Die Faszination ganz anderer Art kam in Form eines Mannes! Frauen sind cool, Frauen sind kollegial, Frauen sind unbeschwert und durchsetzungsfähig ... aber nur solange, bis ein Mann auf der Bildfläche erscheint. Dann schaltet unser Hirn im Bruchteil einer Sekunde um auf stutenbissiges Weibchen.

 

Am zweiten Tag dieses Workshops kam nämlich unser Vertriebsleiter für ein Referat. Bis dato war alles schön, dann betrat dieser – nicht mal gut aussehende – Mann den Raum, und mit Frauenpower war sense. Die einen holten ihren Taschenspiegel raus und zogen ihre Lippen nach, die anderen schauten verstohlen zur Nachbarin und fragten sich, wer wohl die Schönste im Lande sei. Zwei Mädels konnten es kaum erwarten, dem Herrn einen Kaffee zu kredenzen, diesen (also den Kaffee) mit zwei Stückchen Zucker zu versehen, die Serviette gerade zu rücken und zu fragen, ob er (also der Herr) noch etwas möchte. Irre!

 

ABER er brachte uns die Lösung auf die Frage: Gibt es einen Unterschied zwischen Mann und Frau im Geschäftsleben? Ich hätte diesen Mann – obwohl nicht gut aussehend – dafür küssen können, als er sagte: „Sicher gibt es einen Unterschied, und das ist gut so!". Er sprach dann ca. eine Stunde davon, wo diese Unterschiede lägen und erarbeitete mit uns das beliebte Adenauer-Kreuz, also die männlichen/weiblichen Vor(ur)- und Nachteile. Und es gibt so manche Vorteile: in unserem X-Chromosomen ist ein Verkaufs-Gen, ein Führungs-Gen, wir haben soziale Kompetenz und noch vieles mehr. Warum nutzen wir diese nicht?

 

Viele Frauen stellen ihr Licht unter den Scheffel. Eine ziemlich neue Art von Frauen will wiederum den Männern umliegend das Licht ausknipsen. Und dann gibt es eben noch mehr Frauen, die die besseren Männer sein wollen, weil sie sonst Angst haben, nicht akzeptiert zu werden. Die Krönung all dessen ist die Frauenquote!

 

Meiner Meinung nach ist das alles Bullshit! Diese ewige Differenzierung zwischen Frauen und Männern... Das beste Beispiel ist doch unsere Bundeskanzlerin. Was wurde sich da das Maul zerrissen. Zumeist im Übrigen von Frauen! Die Frisur, die Klamotten... "Das kann sie aber gut, obwohl sie eine Frau ist.", "Sollte sie als Frau nicht lieber so oder so entscheiden?"... Frau Dr. Merkel ist in meinen Augen die coolste Frau auf unserem Planeten. Sie rockt unser Land, Europa und bietet sogar den USA Paroli, und es interessiert sie überhaupt nicht, ob sie dazu die passenden Schuhe trägt.

 

Fazit: Ob X- oder Y-Chromosomen, ob hetero oder homo, ob blond oder brünett, ob schwarz oder weiß, ob Links- oder Rechtshänder... ob High Heel oder Jogginghose, ob Armani oder KIK: 

 

JEDER MACHT DAS, WAS ER KANN – DANN KANN AUCH JEDER DAS,

WAS ER MACHT!!!

 

In diesem Sinne ...

Ihre/Eure Mari März

Mari März ist Mitglied bei Writers Online
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© Mari März (2014 - 2017)