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Vorsätze = Umsätze

Montag, 17. Februar 2014

 

Knapp sieben Wochen ist das neue Jahr nun alt. Zeit für eine Zwischenbilanz. Wie sieht es bei Euch/Ihnen mit den guten Vorsätzen aus… alle in die Tat umgesetzt, konkret dabei oder schon aufgegeben?

 

Die BILD-Zeitung hat sich – wie jedes Jahr - in Statistik geübt und die TOP-TEN der guten Vorsätze für 2014 zusammengetragen:

 

1. Stress vermeiden oder abbauen (57 %)

2. Mehr Zeit für Familie/Freunde (54 %)

3. Mehr bewegen/Sport (52 %)

4. Mehr Zeit für mich selbst (47 %)

5. Gesünder ernähren (47 %)

6. Abnehmen (31 %)

7. Sparsamer sein (26 %)

8. Weniger fernsehen (16 %)

9. Weniger Alkohol trinken (12 %)

10. Rauchen aufgeben (11 %)

 

(Bei der Gelegenheit: Woher stammt eigentlich dieser Irrglaube, dass am Zeilenanfang immer großgeschrieben wird? Am Satzanfang, ja. Innerhalb einer Aufzählung, nein!!! Deshalb traue niemals nicht den Automatismen eines Textverarbeitungsprogramms!!!)

 

So, aber nun zu den TOP-TEN. Mein Liebling steht auch gleich auf Platz 1: „Stress vermeiden oder abbauen“. Ganz groß. Erst einmal sei gesagt, dass ich bereits Stress abbaue, wenn es mir gelingt, ihn zu vermeiden. Aber doppelt hält vielleicht besser. Munkelt man. Wie ist das nun aber mit dem Stressabbau?

 

Interessant ist hierzu ein Artikel in der WirtschaftsWoche Online. Hier wird eine Studie der Techniker Krankenkasse zitiert, nach der bei „53 Prozent der Erwachsenen das Leben nach eigenem Empfinden in den vergangenen drei Jahren zunehmend stressiger geworden“ sei. Bemerkenswert ist, dass diese Studie zu dem Ergebnis kommt, dass der „Belastungsgrad der Menschen mit steigendem Bildungsgrad und Einkommen zunimmt“. Obwohl, wer freiwillig seine Gehirnkapazität auf die menschlichen Grundbedürfnisse, Castingshows und Realitysoaps reduziert, der weiß letztlich nicht, dass da noch viel mehr geht. Und wer keinem Beruf nachgeht, der hat in punkto Stress schon mal Glück gehabt. Denn der Job ist in Deutschland Stressfaktor Nr. 1, dicht gefolgt von privaten Sorgen, wie der Spagat zwischen Kinderbetreuung, Beruf und Pflege der Eltern.

 

Was also sollen wir tun, wenn wir Stress vermeiden wollen: Dumm werden? Den Job kündigen? Die Kinder verwahrlosen lassen? Die Eltern vergessen? Nur noch RTL2 schauen?

 

Alles Käse, klar. Letztlich kann ich den Stress bzw. dessen Ursache nicht vermeiden. Was ist also zu tun? Um ein Ziel zu erreichen, muss dieses klar definiert sein. Dies wird allerdings schon bei dem Begriff „Vorsatz“ schwierig. Denn dieser ist lediglich „das Wissen und Wollen der Tatbestandsverwirklichung“ (Quelle: www.rechtswoerterbuch.de). Das heißt also, wir wissen, dass wir etwas tun wollen, aber wir haben keinen Plan.

 

Wenn man durch Presse und Journale blättert, gibt es jede Menge Tipps. Und nicht nur hier. Wer sich mit allen gut gemeinten Ratschlägen aus Medien, Medizin und Freundeskreis befasst, der baut mit Sicherheit keinen Stress ab. Man könnte sogar böswillig behaupten, dass viele Branchen durch unsere Sorgen richtig viel Geld verdienen. Früher waren es nur die Diät-Ratgeber. Heute boomen Yoga- und Meditationskurse, Beratungs- und Coaching-Agenturen, Physio- und Psychotherapie-Praxen und … Und? Finde ich das dramatisch, unfair, schlecht? Nein! Wenigstens wird einem heute geholfen.

 

Ich finde nur, wenn man wirklich Stress abbauen möchte, dann sollte man diesen ganzen Mist und Ballast mit der Überschrift „gute Vorsätze“ grundsätzlich in den Müll werfen. Wer im Januar eine Liste anfertigt, was alles besser werden soll, der ist im Februar schon genervt, weil die einzelnen Punkte noch kein Häkchen haben. Im März ärgert man sich noch mehr darüber und spätestens im April landen die guten Vorsätze dann schlussendlich sowieso im Papierkorb. Ich denke, eine ganzjährige gemäßigte Grundeinstellung zu sich selbst und zum eigenen Umfeld ist die gesündere Form, sich um sich selbst zu kümmern.

 

Und die gute Nachricht ist: Uns juckt es mittlerweile weniger, dass wir fett und unsportlich sind. Vielleicht setzt sich bei der Gelegenheit auch die Meinung durch, dass man als Frau mit Konfektionsgröße 40 auch noch einen gesunden BMI hat und glücklich sein darf.

 

Schauen wir uns abschließend die TOP-TEN noch einmal an und fassen zusammen: Wenn ich weniger fernsehe, habe ich mehr Zeit für die Familie/Freunde. Dadurch bin ich glücklicher und habe (bestenfalls) weniger Stress, den ich nicht mehr mit Alkohol, Nikotin und Junkfood kompensieren muss. Wenn ich mehr Sport treibe, habe ich mehr Zeit für mich selbst und nehme ab. Voilà…

 

Also, macht Euch nicht fertig! Und wer sich trotzdem mit seinen guten Vorsätzen alljährlich plagen möchte, der tut zumindest das Richtige für eine florierende Volkswirtschaft. Wenn durch die Vorsätze die Umsätze steigen, dann hat unsere Grundschule vielleicht doch noch finanzielle Mittel für mehr ausgebildete Fachlehrer.

 

In diesem Sinne …

Ihre/Eure Mari März

Mari März ist Mitglied bei Writers Online
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© Mari März (2014 - 2017)