Interview: LESERKANONE

Mit ihrem Roman »MondZauber 1 - Verwandlung« zählt Mari März zu den aktuellen Monatsfavoriten der Selfpublishing-Plattform Neobooks. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über ihre Romane, über das Erarbeiten ganzer Buchreihen und über das Leben als Autorin.

– Frau März, womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem aktuellen Roman »MondZauber 1 - Verwandlung« genommen. Könnten Sie das Buch unseren Lesern kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Vielen Dank erst einmal für die Möglichkeit, mich und meine Bücher hier vorstellen zu dürfen. »MondZauber« ist die perfekte Symbiose aus Fantasy und Alltagsgeschichten. Allerdings werden diese nicht einfach nur erzählt. Jeder von uns kennt das: Man begegnet einem echt ätzenden Menschen und würde diesem am liebsten in den Allerwertesten treten. Doch unsere gute Erziehung lässt dies in der Regel nicht zu. Genau hier beginnt »MondZauber« und bringt für den Leser zu Ende, was dieser im realen Leben nicht tun darf. Meine Protagonistin Lyra stellt sich insbesondere in Part 2 ihrer dunklen Seite, nachdem sie ihre Verwandlung vollzogen hat. Dabei lernt sie viel über sich selbst, das Leben, die Liebe und wahre Freundschaft. Eine Prophezeiung führt Lyra in den nächsten drei Bänden nach Irland, Venedig und Island. Dort muss sie sich ihrem Schicksal als Hybrid stellen - geboren aus dem Feuer und dem Wasser. Doch lest am besten selbst ...

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ach, diese Frage ist immer schwer zu beantworten. Ich bin ein bekennender Allesfresser. Ein Buch muss mich fesseln, mich gut unterhalten und mir am Schluss etwas mit auf den Weg geben. So könnte man meine Ansprüche beschreiben. Und genau diese möchte ich in meinen eigenen Romanen umsetzen. Beim Schreiben bringe ich Dinge gern auf den Punkt. Ich liebe es, mit Worten zu jonglieren und sie sinnbringend einzusetzen. Um es kurz zu machen: Ich bin zu gut erzogen, um mich mit den großen Autoren zu messen. Deshalb überlasse ich es meinen Lesern, diesen Vergleich anzustellen.

– Es ist vorgesehen, dass »MondZauber« eine Tetralogie werden soll. Ist es nicht gewagt, so etwas im Vorhinein zu planen, da man ja noch gar nicht wissen kann, welchen Anklang überhaupt der erste Teil bei der Leserschaft findet? Was halten Sie selbst für die größten Stärken Ihrer geplanten Buchreihe, dass Sie von einer solchen Zuversicht getragen sind?

Sagen wir so: Ich klotze lieber, anstatt zu kleckern. Außerdem scheint sich dieses Wagnis schon gelohnt zu haben, schließlich hat neobooks »MondZauber 1 - Verwandlung« direkt zum Monatsfavorit August gekürt. Abgesehen davon sind alle vier Teile in meinem Kopf und müssen raus. Aber im Ernst: Nachdem ich viel positives Feedback für meinen Debüt-Roman erhalten habe, bin ich heute relativ sicher, dass ich schreiben kann. Meinen Lesern gefallen vor allem mein Humor, mein Blick fürs Detail, die feingezeichneten Charaktere und die klug gespannten Handlungsstränge. Ich denke, hier liegen meine Stärken beim Schreiben. Hinzu kommen meine hohen Ansprüche, meine pedantische Einstellung zur Arbeit und meine Abneigung gegen aufgewärmten Eintopf. Derzeit kommen so viele Dreiteiler auf den Markt, dass ich mir dachte: der Mainstream kann mich mal, da lege ich noch eine Schippe drauf. Und natürlich passt eine Tetralogie viel besser zu den vier Elementen, die in »MondZauber« eine wesentliche Rolle spielen. Wer hier mehr erfahren möchte, der kann im Backstage-Bereich meiner Autorenseitewww.mari-märz.de die Entstehung zu »MondZauber« nachlesen.

– Sie bezeichnen Ihr Buch nicht als Fantasy-Roman, sondern als »Kunstmärchen für Fantasiebegabte«. Was hat es mit dieser Kategorisierung auf sich, was hebt Ihren Roman von anderer phantastischer Literatur ab?

Meine Intention, »MondZauber« nicht als Fantasy-Roman zu titulieren, liegt insbesondere in der Tatsache, dass ich gern kreiere, manchmal adaptiere und nur ganz selten kopiere. Ich verstehe das Schreiben als Kunst und mich selbst als Vertreter der Avantgarde. Ich möchte etwas Neues schaffen, Tabus brechen und mich nicht an Normen halten. Mein Leben lang bin ich mit dieser Einstellung vor verschlossene Türen gelaufen. Im Schreiben habe ich nun endlich einen Weg gefunden, die radikal-kreative Seite in mir auszuleben. Ob mir das mit »MondZauber« gelingt und sich mein Kunstmärchen für Fantasiebegabte tatsächlich von anderer phantastischer Literatur abhebt, können letztlich nur die Leser entscheiden.

– Noch vor dem Jahresende ist ein Relaunch Ihres Debütromans »KLIPP KLAPP - und du bist tot« vorgesehen. Worum geht es in diesem Buch, an wen ist es gerichtet?

Am liebsten würde ich direkt mit Part 2 der MondZauber-Tetralogie weitermachen, aber meine Protagonisten Lisbeth und Katti fehlen mir. Abgesehen davon wünschen sich die begeisterten Leser von »KLIPP KLAPP – und du bist tot« endlich den zweiten Teil. Hier war ich mir seinerzeit tatsächlich nicht sicher, ob ich mich gleich an eine Trilogie wagen soll. Jetzt weiß ich es, deshalb ist bis Ende 2016 der Relaunch mit dem schlichten Titel »Rache« geplant. Denn darum geht es. Was kann eine menschliche Seele ertragen, bevor sie zerbricht? Das war und bleibt die Fragestellung, der ich auch in Band 2 nachgehen möchte. Wer also von einem Krimi mehr erwartet als nur ein paar Leichen, der ist hier genau richtig.

– Wie kam es dazu, dass Sie sich ausgerechnet für Brandenburg als Schauplatz des Romans entschieden haben? Verfügt das flächengrößte östliche Bundesland Ihrer Meinung nach über einen speziellen kriminalistischen Flair? Und kann man bei dem Buch auch guten Gewissens zugreifen, wenn man Brandenburg nur durch Rainald Grebe kennt und ansonsten nichts damit zu tun hat, oder sollte man selbst aus der Region kommen, um durch das Buch möglichst gut unterhalten zu werden?

Als gebürtige Berlinerin bin ich vor einigen Jahren in den Landkreis Oberhavel gezogen. Das ist schon fast das ganze Geheimnis. Manchmal fehlt mir mein Berlin, vor allem so wie es in den 1990ern war: schmutzig, laut und bunt. Bevor meine Heimatstadt endgültig auf Hochglanz poliert, mit Jute und Dinkel ausstaffiert und der einzigartige Charme eliminiert wird, wollte ich ebenjenen konservieren. Wer die Berliner Kodderschnauze als vulgär empfindet, der sollte »KLIPP KLAPP – und du bist tot« lieber nicht lesen. Allen anderen wünsche ich gute Unterhaltung mit Lisbeth, Katti und den traurigen Wahrheiten, die uns das Leben manchmal bietet.

– Ihre beiden Bücher gehen in zwei vollkommen unterschiedliche Richtungen. Viele Autoren konzentrieren sich hingegen auf ein einzelnes Genre, um Leser zu bündeln und dafür zu sorgen, dass sie die Fans ihrer Veröffentlichungen mit Gewissheit auch wieder für die nächste Veröffentlichung begeistern können. Ist Vielseitigkeit in der Buchwelt nicht eher ein Hindernis?

Das mag sein. Aber warum einfach, wenn es auch umständlich geht? Ich bin ein Freigeist und lasse mir nur ungern vorschreiben, was ich zu tun oder zu lassen habe. Die Vielseitigkeit macht mich aus, weshalb es pure Absicht ist, mich nicht nur einem Genre zu widmen. Natürlich ist dieser Weg steiniger, aber er macht auch viel mehr Spaß.

– Inzwischen sind seit der Erstveröffentlichung von »KLIPP KLAPP - und du bist tot« nun schon beinahe zwei Jahre vergangen. Fühlt sich das Autorinnenleben so an, wie Sie sich das anfangs vorgestellt hatten? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen? Haben Sie seit Ihrem Einstieg in die Buchwelt Eindrücke gesammelt oder gibt es Vorschläge und/oder Kritikpunkte, die Sie mit Ihren Lesern teilen oder Ihnen mitteilen möchten?

Zwei Jahre! Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich die ersten Exposés an Verlage und Agenturen geschickt habe ... und mir tatsächlich geantwortet wurde. Seinerzeit war ich mir ehrlich gesagt nicht darüber im Klaren, was und wie ich es anstellen soll, Autorin zu werden. Das waren schließlich immer nur die anderen mit Marketingabteilung, Lektorat und Verlagsvertrag. Ich habe es einfach getan. Zurückblickend kann ich voller Stolz behaupten, dass ich damals die richtige Entscheidung getroffen habe. In meiner TEXTWERKSTATT sind bis heute drei Sachbücher entstanden, mehrere Romane wurden von mir lektoriert und letztlich habe ich selbst zwei Bücher veröffentlicht. Eine respektable Leistung, finde ich zumindest. Natürlich habe ich in dieser Zeit viel gelernt, manche Euphorie wurde ernüchtert, einige Dinge brachten und bringen mich zum Kopfschütteln; beispielsweise die mangelnde Qualität und fehlende Demut gegenüber unserer Sprache. Und hier rede ich nicht ausnahmslos von Indie-Autoren. Was ich mir vom deutschsprachigen Buchmarkt wünsche? Weniger gestylte Bestseller, dafür mehr gute Bücher.

– Was können wir von der Autorin Mari März in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

In den letzten Jahren habe ich neben dem Schreiben meine Firma aufgebaut, da blieb so einiges auf der Strecke. Die Freiheit hat eben auch ihren Preis, und der muss erst einmal erwirtschaftet werden. Doch für 2017 habe ich mir vorgenommen, mehr Zeit für meine eigenen Projekte aufzubringen. Neben »MondZauber« und der Rache-Trilogie liegt ein Manuskript mit dem Titel »Ver(-)rückte Wahrheiten – Tagebuch einer Übriggebliebenen« in der digitalen Schublade, weitere Ideen schwirren in meinem Kopf und möchten endlich das Licht der Bücherwelt erblicken. Mein Marketing beschränkt sich derzeit auf die sozialen Netzwerke, ausgesuchte Communities, Interviews wie diese hier und meine Autorenseite. Das soll sich ändern. Im nächsten Jahr möchte ich deshalb live mit meinen Lesern in Kontakt treten. Konkrete Termine gibt es zu gegebenem Anlass auf meiner Facebook-Seite. Ein Like lohnt sich also.

Das Team von Leserkanone.de dankt Mari März für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
»Verwandlung« bei Leserkanone.de
»Verwandlung« bei Amazon
»Klipp Klapp - Und du bist tot« bei Leserkanone.de
»Klipp Klapp - Und du bist tot« bei Amazon

Mari März ist Mitglied bei Writers Online
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© Mari März (2014 - 2017)